06.50
Es stürmt. Dies zwar ohne Regen, aber doch mit so heftigen Böen, daß der See mit weiß leuchtenden Schaumkronen übersät ist. Dazu wiegen die Baumwipfel geräuschvoll durch die Luft hin und her. Das Szenario wird unterstrichen durch das lautlose Vorübergleiten eines schneeweißen Zweimasters. Da Andie zu fest schläft, geht dieser traumhafte Anblick für die Nachwelt verloren. (Man muß hierbei wissen, daß Andie hier der Fotograf ist.)
11.00
Wie immer stehe ich als erster auf und bringe durch meine Unruhe alle anderen dazu, ebenfalls aus den Federn zu kommen. Glücklicherweise haben wir heute genug zu essen. Es gibt Westfälische Kalbsleberwurst, Delikates Gutsmettwurst und Putenbrustschinken. Da nicht alle von uns Wurstfans sind, gibt es dazu noch Zitronenkuchen. Aber am meißten freuen wir uns über das frische Brot.
DAS BROT
12.30
Steve und Timo machen sich mit dem Rest Klopapier auf zum Snop-Zeltplatz zum Duschen. Für mich heißt das: Zeit für eine kleine Bemerkung. Aus den Gesprächen und Diskussionen untereinander, die sich immer wieder auf Aussagen und Begebenheiten von und mit den 4 Mädels bezogen, kann ich entnehmen, daß ihre Anwesenheit von uns doch als (ich will mal sagen) recht "angenehm" empfunden wurde. Außerdem vertrauen wir fest darauf, daß sie uns doch noch einmal besuchen werden, da ihre Route (zumindest nach unserem Wissen) ein paar 100m an unserem Lagerplatz vorbeiführt und sie unseren derzeitigen Aufenthaltsort kennen. (Wir haben es oft genug erwähnt.) Naja, wir werden ja sehen. Jetzt warten wir erst einmal auf Timo und Steve und hoffen, daß wir von nicht all zu vielen Touristen belästigt werden, da wir einen heiß begehrten Lagerplatz den unseren nennen können.
13.55
Eine Familie mit 2 kleinen Kindern pausiert in unserem Hafen. Das kleine Mädchen spielt unwissentlich an einem Wespennest und wird auch C:\ gestochen (Das war jetzt mal Andie´s Idee). Das ist hier schon ganz anderen passiert.
14.45
Timo und Steve kommen vom Duschen und übergeben Andie und mir den Staffelstab (das Klopapier), damit wir uns auf den Weg machen koennen.
15.01
Mit Hilfe unseres schauspielerischen Könnens ergaunern wir uns den Zutritt zu den Heiligtümern (dem Klo) des Platzes. Dort geniessen wir eine herrliche Zeit, zumal es draußen regnet. Als es nur noch tröpfelt, begeben wir uns auf den Rückmarsch zu den Zelten. Es bringt eine herrliche Stimmung mit sich, wenn man gleich nach dem Regen durch den Wald spaziert. Die Luft ist klar und rein, die Vögel zwitschern, die Blumen blühen, die letzten Tropfen fallen geräuschvoll aus den Baumkronen ins verwelkende Laub... und ich fange Frösche (mein Magen knurrt - ich Habe hunger).
17.44
Es gießt wie aus Eimern. So geht die schreckliche Vermutung um, daß wir heute auf netten Besuch verzichten müssen. Steve macht dieser Gedanke vollkommen fertig. Timo reagiert auch auf keine Umweltreize mehr – nicht einmal auf Gewitterregen. Wir sitzen alle in den Zelten (alle, bis auf Timo) und hören den Regen prasseln. Unsere Gedanken schwirren noch um den sonnigen Nachmittag, wo alle zum Duschen waren und es rationierte Schokolade gab. Es entsteht nach und nach ein riesiges Problem: Das Klopapier wird knapp. Unser Großverbraucher Timo wurde bereits zu sparsameren Handeln/Benutzen aufgerufen.
19.30
Zum heutigen Abendbrot genießen wir (alle außer Steve) Linseneintopf bzw. Würstchen am Spieß (Steve).
20.00
Aufgrund des immer stärker werdenden Regens haben wir uns in Andie´s Zelt verzogen und ... . Ja, was machen wir hier eigentlich ? Eine Runde (zumindest der Versuch) von Assoziation geht Dank der tatkräftigen Unterstützung von Timo, Steve und auch Andie voll in die Hose. Der anschließende Quatsch dominiert das jetzige Geschehen.
21.00
Der Regen hat sich (Gott sei Dank !) verzogen. Da das einzig noch trockene unsere Boote sind, entschließen wir uns auf den See zu fahren. - Nach ziellosem Umherirren in starkem Nebel, geben wir auf der Rückfahrt unsere letzten Kräfte frei. Die starke Beschleunigung hebt unser Bug so stark an, daß Timo und Steve fast über Board geschleudert werden. - Hoffentlich gerät kein Motorboot in unsere Bugwelle.
wundervolle Stille
23.25
Es war ein kalter Tag. Jetzt in der Nacht erst recht. Doch wir lassen uns durch nichts erschüttern. – Also PARTY !!! (Naja, vielleicht etwas übertrieben) Gute Nacht. Morgen ist die Abreise zum Zeltplatz.