Hatte ich mich am 14.11.2006 noch darüber gefreut, endlich meinen GMX ProMail-Tarif gekündigt zu haben, wurde ich einigen Wochen später eines Besseren belehrt. GMX hatte trotz meiner vermeintlichen Kündigung weiterhin Geld von meinem Konto abgebucht und mir sogar eine neue Rechnung für den künftigen Zeitraum vom 04.03.2007 bis zum 03.09.2007 gestellt.
In weiser Voraussicht hatte ich einen Screenshot der GMX-Webseite bei der Kündigung gemacht und wandte mich am 08.03.2007 per Kontaktformular an den Service von GMX.
Ich bat darum meine Kündigung bzw. Tarif-Umstellung ab dem 12.12.2006 (gemäß Kündigungsfrist) anzuerkennen, da ich für die Kündigung am 14.11.2006 extra die Anzahl der E-Mailadressen auf 2 zurückgebaut hatten und keinen über den FreeMail-Tarif hinausgehenden Speicherplatz benutzt hatten (oder sonstige Funktionen die über den FreeMail-Tarif hinausgehen würden). Einen Nutzen aus dem angeblich besseren SPAM-Filter konnte ich nicht erkennen, da im Zeitraum vom 14.11.2006 bis zum 08.03.2007 von 263 empfangenen E-Mails 154 SPAM-Mails nicht gefiltert wurden (58,6%). Den von mir gemachten Screenshot meiner Kündigung konnte ich Dank der einzigen Kontakmöglichkeit über das Webformular nicht anfügen.
Die Antwort von GMX lautete sinngemäß: Wir konnten keinen Tarifwechsel verzeichnen.

Dank der nun gegebenen Möglichkeit direkt per E-Mail zu antworten, konnte ich auch meinen Screenshot anfügen. Da scheinbar kein Buchungsfehler oder ähnliches vorlag, wies ich in meiner Antwort darauf hin, das auf dem Screenshot zu lesen ist:
"Entsprechend der Kündigungsfrist tritt der Wechsel zum 12.12.2006 in Kraft."
Was für mich eine eindeutige Bestätigung ist. Somit war ja alles in Ordnung.
Als Antwort erhielt ich von GMX den Hinweis, dass der Tarifwechsel von mir aber nicht über den unten angegebenen Button "übernehmen" abgeschlossen wurde.
Tatsächlich, wenn man sich den Screenshot genau ansieht, kann man ganz unten, nach einer langen Liste der Funktionen, welche mir in Zukunft entgehen werden, solch einen Button entdecken. Ich sollte dies prüfen und den Tarifwechsel erneut durchführen.
Meine Antwort daraufhin:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe die Umstellung meines Tarifs erneut durchgeführt. Tatsächlich versteckt sich am untersten Ende der Seite ein "übernehmen" Button.
Nachdem man einen anderen Tarif ausgesucht hat, erscheint folgende Meldung: "Entsprechend der Kündigungsfrist tritt der Wechsel zum [...] in Kraft."
Dies ist eine eindeutige Aussage ihrerseits, die dem Nutzer vermittelt, den Tarif erfolgreich umgestellt zu haben. Der Vorgang ist abgeschlossen (insbesondere wenn zuvor noch Mailadressen deaktiviert werden mussten).
Mir scheint, dass hier absichtlich eine Falschaussage ihrerseits getroffen wird um unachtsame Nutzer die den "übernehmen" Button am Ende der Seite (nach einer lange Liste von Aufzählungen über künftig nicht mehr bereitstehende Funktionen) übersehen, in die Irre zu führen.
Da ich am 14.11.2006 nach bestem Wissen meinen Tarif umgestellt habe und seitdem keinerlei Funktionen die über den Freemail-Tarif hinausgehend genutzt habe, fordere ich eine Anerkennung meiner Kündigung zum 12.12.2006. Andernfalls fühle ich mich von ihnen, aufgrund dieses unfairen Verhaltens, schlicht weg betrogen.
Die folgenden Antworten seitens GMX ignorierten in jeglicher Hinsicht die von ihnen getroffene Aussage "Entsprechend der Kündigungsfrist tritt der Wechsel zum 12.12.2006 in Kraft." Es wurde wiederholt, dass ich den "übernehmen"-Button nicht bestätigt hätte und man erklärte mir wie ich einen Tarifwechsel durchführen kann.
Rein von der rechtlichen Seite hätte ich vermutlich gute Chancen dagegen vorzugehen, doch ist es mir der Zeitaufwand und Stress nicht wert. Leider werden so viele weitere Kunden denken. Mir geht es auch nicht um das Geld, sondern einfach um Gerechtigkeit. Hier bereichert sich jemand - für mich auf hinterlistige Art - ohne dafür Leistung zu erbringen.
Letztendlich stellt sich für mich die Frage: Kann ich meinen E-Mail-Verkehr einem Unternehmen anvertrauen, welches solche Geschäftspraktiken an den Tag legt? Einem Unternehmen, welches bewusst eine Kündigung derart erschwert und eine Aussage trifft die den Benutzer in die Irre führt?
Die Antwort ist: Nein. Wozu auch, wenn es genügend Alternativen gibt, wie z.B. das hervorragende Google-Mail oder Web.de.
Nachtrag: Wie ich erfahren habe, gehören Web.de und GMX beide zur United Internet AG.
Warum befindet sich der "übernehmen"-Button ganz am Ende der Seite, so dass man ihn nur nach deutlichem Scrollen entdecken kann?
Für mich ist klar, dass ich niemals in meinem restlichen Leben Kunde dieses Unternehmens werde. Es ist auch klar, dass ich meine Erfahrung mit GMX auf Lebenszeit weitergeben werde.
Und dann wundern sich alle, warum es um die deutsche Wirtschaft schlecht bestellt ist, von Kundenorientierung (welches bedeutet: den Kunden größtmöglich zufrieden zu stellen und nicht: den Kunden größtmöglich abzuziehen) kann man hier wohl kaum sprechen, sondern eher von kurzfristiger Umsatzmaximierung. Andere Unternehmen verstehen es besser langfristigen Erfolg durch Fokus auf den Kunden zu erreichen... und dies sind dann meist ausländische Unternehmen.
Meinungen zum GMX Kundenservice bei dooyoo.de
Kommentare
also zu web.de würde ich an
Re:also zu web.de würde ich an
Sehr schön, da nutz ich die gelegenheit zum kündigen
Re: Sehr schön, da nutz ich die gelegenheit zum kündigen
Vorsicht bei Web.de Club-Angeboten
Re:Vorsicht bei Web.de Club-Angeboten
United Internet
Wenn Kündigen bei GMX mal
Bei mir das selbe Spiel. Hab
GMX
Nie wieder GMX
Bestätigunsfax
Kündigung immer schriftlich, egal was der Vertragspartner sagt!
Technologisch weiter
Heute ist GMX bei der Kündigung technologisch fortgeschrittener:
Ich wollte meinem kostenpflichtigen Promail-Account kündigen und bin brav dem Kündigungsvorgehen gefolgt bis hin zum per Faxabruf zu erhaltenem Kündigungsformular. Es ist ein Unding, von den Leuten zu erwarten, dass sie ein FAX haben - naja - sei's drum. Ich habe eines. Aber leider hat der Abruf trotz mehrfacher Versuche nicht funktioniert. Also kein Kündigungsformular.
Die Vorteile des Promail-Accounts wurden natürlich sofort beendet: Man muss vorher seine zusätzlichen Email-Adressen und die Mails in den besonderen Domains kündigen, obwohl man eine lange Kündigungsfrist hat und für diesen Zeitraum ja auch noch bezahlt!
Dann habe ich versucht den Account als Ganzes zu kündigen. Es kam der Hinweis, dass das nur zum Ende des Promail-Accounts ginge. Hier gibt es das Formular dann per Weblink - der allerdings ebenfalls nicht funktioniert.
Fazit: Statt missverständlicher Webseiten oder zu ignorierender Kundenmail macht GMX es einfach technisch unmöglich, zu kündigen. Wenn das kein Fortschritt ist! ;-)
Jetzt habe ich die Kündigung per Gerichtsvollzieher zustellen lassen (per Postzustellungsurkunde). Der Gewinn ist, dass man nachweisen kann, was man geschrieben hat (bei einem einfach Einschreiben geht das nicht). Das ist mir die 15,- EUR Wert.